»WIR und DIE ANDEREN« – Ein Kunst- und Dialogprojekt für junge Menschen

Mark Sauer

Projektträgerin: Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V.

Kurzbeschreibung:

Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. plant die Durchführung eines Kunstwettbewerbes für junge Menschen unter dem Titel ”WIR und DIE ANDEREN”. Der Wettbewerb soll an weiterführenden Schulen im Fördergebiet mit Unterstützung von Teamern aus der Antirassismsuarbeit durchgeführt werden. Die entstehenden Exponate werden im Rahmen von ’Dörfer zeigen Kunst’ der Öffentlichkeit im ländlichen Raum präsentiert und zur Abstimmung gestellt. Sie werden anschließend auf einer Festveranstaltung öffentlich gewürdigt werden, auf der als ”Gewinn” eine themennahes Theaterstück aufgeführt werden soll.


Inhalt / Konzept:

Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. möchte eine Idee aufnehmen, die im Rahmen der Beratungen in der AG ’Antirassismusarbeit im ländlichen Raum’ zur Fragestellung entwickelt wurde, wie die Mehrheitsgesellschaft für antirassistischtische Arbeit sensibilisiert und gewonnen werden kann.

Es ist die Idee eines Kunstwettbewerbes für junge Menschen. Sie sollen aufgerufen werden, sich dialogisch und künstlerisch mit den Fragen zu beschäftigen, wer sind ”WIR” und wer sind ”DIE ANDEREN”?. In einer Ausschreibung wird diese Idee ausgeführt:

„WIR“ und „DIE ANDEREN“ … und die Frage nach Identität & Zugehörigkeit – Ausschreibung für einen Kunstwettbewerb

Wenn wir über Identität sprechen, klingt das oft nach etwas Festem: „So bin ich eben.“ Doch Identität ist kein fertiges Produkt. Sie ist ein Prozess. Sie verändert sich mit jeder Erfahrung, mit jeder Begegnung, manchmal sogar mit jeder Herausforderung. Unsere Identität entsteht in einem ständigen Wechselspiel zwischen dem, was wir über uns selbst denken — und dem, was andere in uns sehen. Zwischen Selbstbild und Fremdbild. Zwischen Autonomie und Resonanz. Und dann ist da Zugehörigkeit. Ein Bedürfnis, das tief in uns verankert ist. Wir alle wollen dazugehören — aber auf eine Art, die uns nicht verbiegt. Wahre Zugehörigkeit entsteht nicht dort, wo wir uns angleichen müssen, sondern dort, wo wir uns nicht verstecken müssen. Doch genau hier beginnt es interessant zu werden:

Denn Identität und Zugehörigkeit bewegen sich immer in Spannungsfeldern.

  • Wer bin ich – und wer darf ich sein?
  • Zu wem gehöre ich – und wer gehört zu mir?

In unserem Alltag, in Organisationen, in unserer Gesellschaft ziehen wir ständig Grenzen. Manche bewusst, viele unbewusst. Wir sprechen von „den Schüler*innen“, „der Politik“, „den anderen Klassen“. Und plötzlich sind da zwei Gruppen entstanden: Wir – und die Anderen. Diese Unterscheidung ist zutiefst menschlich. Unser Gehirn liebt Kategorien; sie geben Orientierung. Aber gleichzeitig sind sie gefährlich, wenn wir sie nicht hinterfragen. Denn jede Grenze, die wir ziehen, definiert nicht nur, wer dazugehört – sondern auch, wer nicht dazugehört.

Manchmal bemerken wir gar nicht, wie schnell aus einer organisatorischen Grenze eine emotionale wird. Wie rasch wir „die da drüben“ sagen, statt zu fragen: Was verbindet uns? Wie schnell wir Identität als etwas begreifen, das verteidigt werden muss, statt als Einladung, sich weiterzuentwickeln. Wenn wir Identität und Zugehörigkeit zusammendenken, entstehen wichtige Fragen für unsere Zeit:

  • Wie schaffen wir Gemeinschaft, ohne Gleichförmigkeit zu verlangen?
  • Wie schaffen wir ein „Wir“, das nicht auf Abgrenzung basiert, sondern auf Begegnung?

Vielleicht beginnt es damit, dass wir … neugierig bleiben. Dass wir nicht nur fragen: Wer bin ich und wo gehöre ich hin? Sondern auch: Wer könnten wir sein, wenn wir unsere Grenzen etwas flexibler sehen?

Ich möchte Sie deshalb zu einem Gedankenexperiment einladen: Stellen Sie sich ein „Wir“ vor, das nicht geschlossen ist wie ein Kreis, sondern offen wie eine Tür. Ein Wir, das Menschen einlädt, statt sie einzuordnen. Ein Wir, das Unterschiede nicht glättet, sondern wertschätzt. Ein Wir, das nicht schwächer wird, wenn es größer wird — sondern stärker. Vielleicht ist das die eigentliche Aufgabe unserer Zeit: Ein Verständnis von Identität zu entwickeln, das stabil ist, aber nicht starr. Und ein Gefühl von Zugehörigkeit zu gestalten, das verbindet, ohne auszuschließen. Denn am Ende zeigt sich:  „Wir“ entsteht nicht durch Abgrenzung, sondern durch Begegnung. Und „die Anderen“ sind oft nur Menschen, denen wir noch nicht begegnet sind. Können wir uns so etwas vorstellen? Und könnten solche Gedanken vielleicht in einem Kunstwettbewerb ihren Ausdruck finden?

Wie denken Kinder und Jugendliche darüber? Wie sehen sie das „Wir“ und die „Anderen“? Das möchten wir mit einem Kunstwettbewerb ausloten, aus der Perspektive von Kindern und Jugendli-che ab Klassenstufe 6. Vielleicht können Sie es uns einmal mitteilen, in Bildern, die sie ganz frei und kreativ dazu gestalten. Wir wären … neugierig! Sehr sogar. Wir bieten dabei an, den Wettbe-werb mit Teamer*innen aus der Antirassismusarbeit zu unterstützen und über einen gemeinsamen Dialog Inspiration für die Kunstwerke zu finden.

Mitmachen?
Wir möchten Sie einladen, mit Ihrer Klasse an diesem Kunstwettbewerb teilzunehmen. Zur Jury küren wir die ‚allgemeine Öffentlichkeit‘, im Rahmen der Ausstellung ‚Dörfer zeigen Kunst‘. Dort sollen eingereichte Exponate während der Ausstellungszeit 25. Juli bis 16. August 2026 zu sehen sein und bewertet werden können.

Nein … es geht nicht um das schönste oder das künstlerisch wertvollste Bild. Es geht um die „be-rührendste Botschaft“. Danach werden die Besucher*innen gefragt. Welches der Bilder berührt sie am meisten?

Mitgewinnen?
Einen Preis gibt es auch. Eine kostenfreie Schulaktion für Ihre Schule, für alle Schülerinnen und Schüler, die an diesem Thema gearbeitet haben. Freuen Sie sich auf einen Theaterbesuch, mit dem wir sie auszeichnen wollen….

Neugierig?…
… dann fragen Sie uns: Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V., info@vhs-ratzeburg.de. Dort erfahren Sie alles zur Organisation des Kunstwettbewerbes. Wir unterstützen Sie dabei.


Ziel des Projektes:

Mit dem Kunstprojekt ”WIR und DIE ANDEREN” sollen jungen Menschen angeregt werden, sich gemeinsam über die Fragen ”Wer bin ich – und wer darf ich sein?” – ”Zu wem gehöre ich – und wer gehört zu mir?” und ”Wie schaffen wir ein „Wir“, das nicht auf Abgrenzung basiert, sondern auf Begegnung?” dialogisch und kreativ auseinanderzusetzen.


Zielgruppe des Projektes:

Zielgruppe des Projektes sind junge Menschen im Alter zwischen 14 – 17 Jahren.

Laufzeit: 01.04.2026 – 31.12.2026

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