Antragsteller: Verein Miteinander leben e.V.
Kurzbeschreibung:
Der Verein Miteinander leben e.V. betreut im Auftrag der ‚Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen‘ den ’10-Punkte-Aktionsplanes gegen Rassismus und Diskriminierung’, den die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen im Zuge ihrer Mitgliedschaft bei der ’European Coalition against Racism’ (ECCAR) gemeinsam erarbeitet und beschlossen haben. Entsprechend wird für 2026 wieder ein Programm mit Angeboten zur Überwindung von Rassismus erarbeitet, das sowohl Beratung, Unterstützung und Empowerment für Betroffene, als auch die Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft gegenüber bestehenden Strukturen von Rassismus und Diskriminierung sowie rassistischen und diskriminierenden Handlungsmustern in allen Altersgruppen umfasst.
Inhalt/ Konzept:
Entsprechend des ’10-Punkte-Aktionsplanes gegen Rassismus und Diskriminierung’ (s. Anlage) sollen folgende Angebote fortentwickelt und etabliert werden:
- Verstärkte Wachsamkeit gegenüber Rassismus
Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgischen Seen verpflichtetn sich, zusammen mit der Zivilgesellschaft Maßnahmen zu ergreifen, um rassistische Vorfälle zu erfassen, zu dokumentieren, zu bewerten, aufzuklären und zu melden.
Maßnahme:
Aktivierung eines Rassismus-Monitoring in Form eines standardisierten Fragebogens zur Aufnahme rassistischer Vorfälle, der mit ausgebildeten Interviewer*innen aufgenommen werden kann und Betroffenen die Möglichkeit bietet, anonym oder mit Namen, sicher, frei und völlig selbstbestimmt über das Erlebte und Erlittene zu sprechen.
Maßnahme:
Bekanntmachung des Rassismus-Monitoring in den migrantischen Communities
Maßnahme:
Bildung einer Auswertungsgruppe im Rassismus-Monitoring, die rassistische Vorfälle bewertet, aufklärt, Hilfestellung zu Beratungs- und Unterstützungsinstitutionen vermittelt oder bei Bedarf und mit Zustimmung der Betroffenen auch zur Anzeige bringt.
Maßnahme:
Jährliche Erstellung eines öffentlichen Berichtes aus dem Rassismus -Monitoring mit anonymisierten Fallbeispielen, um die die allgemeine Öffentlichkeit zu sensibilisieren.
- Bessere Unterstützung für die Opfer von Rassismus und Diskriminierung
Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgischen Seen verpflichten sich, zusammen mit der Zivilgesellschaft Opfern von Rassismus und Diskriminierung in Notfällen schnell und solidarisch zu helfen und ihnen adäquate Beratung und Unterstützung zu vermitteln.
Maßnahme:
Aufbau einer Notfallroutine für eine schnelle und solidarische Hilfe bei rassistisch motivierten Gewalttaten.
Maßnahme:
Aufbau einer Anlaufstelle für Betroffene von rassistischen Vorfällen, die weitergehende Beratung vermittelt (z.B. psychologische Beratung, Opferberatung, Rechtsberatung, Beschwerdeführung).
Maßnahme:
Aufbau von kollegialen Kooperationsbeziehungen zu Beratungsinstitutionen im Land (z.B.: Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck, ZEBRA – Zentrum für Betroffene rechter Angriffe, Antidiskriminierungsstelle des Landes Schleswig-Holstein oder Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein (advsh) e. V.)
Maßnahme:
Regelmäßige Durchführung von ‚Empowerment-Workshops‘ für Menschen, die von rassistischen und diskriminierenden Vorfällen betroffen sind.
Maßnahme:
Aufbau eines Selbsthilfenetzwerkes in Form eines ‚Safe Space‘ zum Zwecke des vertrauensvollen Austausches für Menschen, die von rassistischen Vorfällen betroffen sind.
Maßnahme:
Aufbau eines Pools von ehrenamtlichen Sprach- und Kulturmittler*innen unterschiedlicher Herkunft, die bei Beratungs- oder Dokumentationsgesprächen unterstützen können.
- Die Stadt als aktive Förderin gleicher Chancen
Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgischen Seen verpflichtetn sich, zusammen mit der Zivilgesellschaft für die gleiche Chancen aller Menschen einzutreten und ein entsprechendes Selbstverständnis zu formulieren und zu propagieren.
Maßnahme:
Festsetzung einer Selbstverpflichtungserklärung für alle angeschlossenen Institutionen, die
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- von der Prämisse ausgeht, dass Rassismus und Diskriminierung alltäglich sind und überall vorkommen können
- zum Hinschauen verpflichtet
- zur Sensibilisierung und Selbstreflexion verpflichtet
- die Vielfaltgestaltung als gemeinsames Ziel definiert
Maßnahme:
Festlegung eines Labels unter dem Motto „Herz einschalten – Rassismus ausschalten“, das identitätsstiftend für die gemeinsame Arbeit gegen Rassismus ist und das alle angeschlossenen Institutionen offen zeigen.
Maßnahme:
Belebung und Fortentwicklung der bestehenden Kampagne „Herz einschalten – Rassismus ausschalten“, die von allen angeschlossenen Institutionen getragen wird.
- Bessere Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten für die Bürger/innen
Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgischen Seen verpflichtetn sich, zusammen mit Bürgerinnen und Bürger in einem offenen Dialog über das Zusammenleben in einer Einwanderungsgesellschaft zu treten, der über die damit verbundenen Rechte und Pflichten informiert, Probleme thematisiert und Verständnis füreinander propagiert. Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgischen Seen verpflichten sich weiterhin, Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen unterschiedlicher Herkunft zu schaffen.
Maßnahme:
Entwicklung einer Broschüre für verschiedene Altersgruppen (in Print und digital), die im Sinne einer Sensibilisierung anschauliche Informationen und Reflexionsübungen zu Rassismus, dessen Grundlagen und Wirkungsweisen enthält, die aber auch Tipps gibt, wie sich Betroffene bei einem rassistischen Vorfall Verhalten können und wo sie vor Ort Unterstützung und Hilfe bekommen. Die Broschüre soll zusammen mit Betroffenen entwickelt werden.
Maßnahme:
Aktive Mitwirkung an Aktionstagen gegen Rassismus und Diskriminierung, unter Beteiligung von Betroffenen, Institutionen und Multiplikator*innen der Zivilgesellschaft.
Maßnahme:
Entwicklung funktionsfähiger Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen unterschiedlicher Herkunft im Gefüge der kommunalpolitischen Gremienarbeit
- Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung durch Bildung und Erziehung
Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgischen Seen verpflichtetn sich, gemeinsam mit den lokalen Bildungseinrichtungen Bildungsinitiativen zu etablieren und zu bewerben, die sich gezielt gegen Rassismus und Diskriminierung richten.
Maßnahme:
Außerunterrichtliche Angebote zur Sensibilisierung gegenüber Rassismus und Diskriminierung an den Schulstandorten etablieren.
Maßnahme:
Offene Bildungsangebote zur Sensibilisierung gegenüber Rassismus und Diskriminierung in der Erwachsenenbildung etablieren.
Die beschriebenen Maßnahmen sollen durch die ‚AG Rassismus überwinden‘ im Bündnis für Demokratie und Menschrechte in Ratzeburg und Umland begleitet werden. Die Arbeitsgruppe setzt aus Betroffenen und Multiplikator*innen von Stadt, Amt und Zivilgesellschaft zusammen.
Zur Umsetzung dieser Maßnahmen soll eine Koordinationsstelle auf Honorarbasis geschaffen werden, die bei der Koordinierungs- und Fachstelle der ‚Partnerschaft für Demokratie‘ angegliedert ist.
Alle Funktionseinheiten der ‚Partnerschaft für Demokratie‘ (Federführendes Amt, Koordinierungs- und Fachstelle, Bündnis für Demokratie und Menschenrechte) wirken proaktiv und unterstützend mit.
Ziel des Projektes:
Mit dem Projekt ”Herz einschalten – Rassismus ausschalten” soll im Sinne des ’10-Punkte-Aktionsplanes gegen Rassismus und Diskriminierung’ der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen an der Überwindung von Rassismus und Diskriminierung gearbeitet werden.
Zielgruppe des Projektes:
- Mehrheitsgesellschaft: Zivilgesellschaft – Wirtschaft – soziale Träger – Bildungseinrichtungen (Ansprache über Sensibilisierungsangebote)
- Betroffene (Ansprache über Beratungs- und Stärkungsangebote)
- Entscheidungsträger*innen (Ansprache über Sensibilisierungsangebote)
Laufzeit: 01.02.2026 – 31.12.2026
