Demokratieorte stärken!

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Projektträger/In: BQG Personalentwicklung GmbH

Kurzbeschreibung:

Im Rahmen der letztjährigen Demokratiekonferenz der ”Partnerschaft für Demokratie” der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen wurde ein Bildungsnetzwerk zwischen Institutionen gegründet, die im Fördergebiet in besonderem Maße Relevanz für eine starke demokratische Kultur haben, als offene, außerschulische und niederschwellig agierende Bildungs- und Begegnungseinrichtungen mit freien Informationszugängen und partizipativen, wissensvermittelnden, aber auch beteiligungs- und persönlichkeitsstärkenden Projektangeboten für alle Altersgruppen. Dazu gehören die Stadtbücherei, die Volkshochschule, die Jugendzentren, die Familienbildungsstätte, die Offene Ganztagsschule und die BQG Personalentwicklung GmbH. 

Ziel der Gründungsinitiative war dabei, sich in dieser institutionellen und demokratiefördernden Arbeit gegenseitig zu stärken und zu unterstützen, durch regelmäßigen Austausch, Wissenstransfer, gemeinsame Projektarbeit oder auch gemeinsam organisierte Fortbildungen.

In diesem Sinne plant die BQG Personalentwicklung GmbH für alle Mitglieder dieses Bildungsnetzwerkes eine institutionenstärkende Fortbildung zur Verbesserung der eigenen Arbeits- und Angebotsstrukturen, gerade auch mit Blick auf den demokratiefördernden Auftrag jeder Einrichtung. Dafür soll im Rahmen eines Tagesworkshop die Methodik des ”Design Thinking” vermittelt werden, ein prozessorientiertes und disziplinübergreifendes Vorgehen, das Institutionen hilft, sich in einem Reflexionsprozess intensiv mit den Bedürfnissen und Wünschen der Nutzer*innen auseinanderzusetzen und sich so noch passgenauer und nachhaltiger auf diese  auszurichten.

Inhalt/ Konzept:

In Design Thinking ist eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen. Der Ansatz geht weit über die klassischen Design-Disziplinen wie Formgebung und Gestaltung hinaus. Im Gegensatz zu vielen Herangehensweisen in Wissenschaft und Praxis, die von der technischen Lösbarkeit die Aufgabe angehen, stehen Nutzerwünsche und -bedürfnisse sowie nutzerorientiertes Erfinden im Zentrum des Prozesses. Design Thinker schauen durch die Brille des Nutzers auf das Problem und begeben sich dadurch in die Rolle des Anwenders. Design Thinking fordert eine stetige Rückkopplung zwischen dem Entwickler einer Lösung und seiner Zielgruppe. Design Thinker stellen dem Endnutzer Fragen, nehmen seine Abläufe und Verhaltensweisen genau unter die Lupe. Lösungen und Ideen werden in Form von Prototypen möglichst früh sichtbar und kommunizierbar gemacht, damit potentielle Anwender sie – noch lange vor der Fertigstellung oder Einführung – testen und ein Feedback abgeben können. Auf diese Weise erzeugt Design Thinking immer praxisnahe Ergebnisse, sei es für umfassende Fragenstellungen wie die Neuausrichtung einer ganzen Institution, sei es für die bedarfs- und zielgruppengenaue Planung von Projektangeboten.

Design Thinking nimmt die menschliche Perspektive zum Ausgangspunkt der Zielstellung, innovative Produkte, Services oder Erlebnisse zu gestalten, die nicht nur attraktiv, sondern auch realisierbar und auch in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll sind. Der Erfolg von Design Thinking wird maßgeblich durch eine gemeinschaftliche Arbeits- und Denkkultur bestimmt und gerade hier knüpft die geplante Fortbildung dezidiert an das Selbstverständnis des Bildungsnetzwerkes an.

Design Thinking Prozess

Der Design-Thinking-Prozess ist an den Arbeitsprozess angelehnt, dem Designer intuitiv folgen. Er führt Teams in iterativen Schleifen durch sechs verschiedene Phasen.

Verstehen: In der Phase des Verstehens steckt das Team den Problemraum ab.

Beobachten: In der Phase des Beobachtens sehen die Teilnehmer nach außen und bauen Empathie für Nutzer und Betroffene auf.

Sichtweise definieren: In dieser Phase geht es darum, die Sichtweise zu definieren. Es werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengetragen und verdichtet.

Ideen finden: In der Phase Ideen finden entwickelt das Team zunächst eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten, um sich dann zu fokussieren.

Prototypen entwickeln: Das anschließende Prototypen dient der Entwicklung konkreter Lösungen, die an den passenden Zielgruppen getestet werden können.

Zielgruppe des Projektes:

Zielgruppe des Projektes sind Mitarbeiter*innen und ehrenamtliche Helfer*innen in den Institutionen des Bildungsnetzwerkes, aber auch Vertreter*innen aus anderen Institutionen, die eine demokratiestärkende Aufgabenstellung haben. Das Fortbildungsangebot ist auf 20 Teilnehmer*innen begrenzt.

Ziel des Projektes:

Ziel des Projektes ist es, Institutionen mit einem dezidiert demokratiefördernden Auftrag in der Region durch die Vermittlung einer innovative, praxisorientierten, vielseitig einsetzbaren Reflexionsmethode zukunftsorientiert und nachhaltig für ihre Nutzer*innen stärken zu können.

Laufzeit: 01.11.2021 – 31.12.2021