Apfelbäume für Meinungsfreiheit und Erinnerung (II)

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Projektträger: BUND e. V. Ortsgruppe Ratzeburg

Kurzbeschreibung:
Das Projekt aus dem letzten Jahr konnte leider nicht fertig gestellt werden. So fehlte bis Ende des Jahres 2020 coronabedingt noch die Information zu drei Schildern, und bei dem Bäumen, die im Zusammenhang mit der Arbeitsgruppe des Einführungsjahrgangs (10. Klasse) zum Thema „Entrechtung im Lauenburgischen in der NS-Zeit an der Lauenburgischen Gelehrtenschule gepflanzt wurden, werden die Schilder erst am
Schuljahresende fertig für die Beschriftung sein. Die Bäume wurden bereits gepflanzt, da es nicht möglich ist, die Bäume im Sommer zu pflanzen und wir bei der Bestellung Rabatte nutzen wollten. Die Schilder müssen auch noch gesetzt werden.

Inhalt/Konzept:
Bei Gedenken an die schrecklichen Verbrechen in den KZs der Nationalsozialisten wird zurecht stets an den Holocaust und den Genozid einnert. Vielfach wird dabei vergessen, dass sehr häufig auch Menschen ins Konzentrationslager kamen, die frei ihre Meinung geäußert hatten.
Einer von diesen Menschen war Pfarrer Korbinian Aigner, der sich von der Kanzel herab verschiedentlich kritisch über den Nationalsozialismus ausgelassen hat. Letztlich wurde er 1941 ins KZ Dachau eingeliefert. Dort arbeitete er im Garten. Als Obstbaumkundiger gelang ihm die Aussaat von mehreren Äpfeln, zwei davon konnte er 1945, als er sich mit den Mithäftlingen auf den Marsch nach Südtirol begab, mitnehmen, einer wurde ein schmackhafter Apfel und wurde 1985, zum hundertsten Geburtstag Aigners (der aber schon 1966 gestorben war) offiziell in ”Korbiniansapfel” umbenannt. Mit diesem Projekt soll gemahnt werden, welch hohes Gut unsere freie Meinungsäußerung ist. Wir wollen an öffentlich zugänglicher Stelle einen Korbiniansapfel und einen zweiten Apfel als Befruchter pflanzen und ein Erläuterungsschild dazu aufstellen. Längerfristig können hier Klönbänke aufgestellt werde, der Ort soll – wenn die Bäume größer sind – als Treffpunkt dienen, wo man miteinander ins Gespräch kommt und seine Meinung äußert. Und die hoffentlich zahlreichen Äpfel sind für alle da.

Zielgruppe des Projektes:
Bewohner der Orte, Bewohner Ratzeburgs, sofern Bäume an
Schulen gepflanzt werden: natürlich die Schüler!

Ziel des Projektes:
Ziel ist es, markante Orte zu schaffen, an denen Apfelbäume auf das Glück hinweisen, dass jeder in diesem Land seine Meinung frei äußern darf. Apfelbäume können hundert Jahre alt werden, insofern ist hier an eine langfristige ”Erinnerung” gedacht. Unter den Apfelbäumen können sich Bürger zur Meinungsäußerung treffen.

Laufzeit: 01.02.2021 bis 30.09.2021