Apfelbäume für Meinungsfreiheit und Erinnerung

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AntragstellerIn: BUND e. V., Ortsgruppe Ratzeburg

Kurzbeschreibung:
Der BUND plant, in Ratzeburg und Gemeinden des Amtes Lauenburgische Seen ”Apfelbäume für Meinungsfreiheit und Erinnerung” zu pflanzen. Die Apfelbäume sollen an einem öffentlichen Ort gepflanzt werden, damit sie frei zugänglich sind. Die Bäume werden mit einer Erläuterungstafel versehen. In einigen Jahren können diese Plätze mit Klönbänken ausgestattet werden, auf denen Menschen ihre Meinung austauschen (das wäre dann aber ein anderes Projekt). Die Äpfel sind für jedermann.
Inhalt/ Konzept:
Bei Gedenken an die schrecklichen Verbrechen in den KZs der Nationalsozialisten wird zurecht stets an den Holocaust und den Genozid einnert. Vielfach wird dabei vergessen, dass sehr häufig auch Menschen ins Konzentrationslager kamen, die frei ihre Meinung geäußert hatten. Einer von diesen Menschen war Pfarrer Korbinian Aigner, der sich von der Kanzel herab verschiedentlich kritisch über den Nationalsozialismus ausgelassen hat. Letztlich wurde er 1941 ins KZ Dachau eingeliefert. Dort arbeitete er im Garten. Als Obstbaumkundiger gelang ihm die Aussaat von mehreren Äpfeln, zwei davon konnte er 1945, als er sich mit den Mithäftlingen auf den Marsch nach Südtirol begab, mitnehmen, einer wurde ein schmackhafter Apfel und wurde 1985, zum hundertsten Geburtstag Aigners (der aber schon 1966 gestorben war) offiziell in ”Korbiniansapfel” umbenannt. Mit diesem Projekt soll gemahnt werden, welch hohes Gut unsere freie Meinungsäußerung ist. Wir wollen an öffentlich zugänglicher Stelle einen Korbiniansapfel und einen zweiten Apfel als Befruchter pflanzen und ein Erläuterungsschild dazu aufstellen. Längerfristig können hier Klönbänke aufgestellt werde, der Ort soll – wenn die Bäume größer sind – als Treffpunkt dienen, wo man miteinander ins Gespräch kommt und seine Meinung äußert. Und die hoffentlich zahlreichen Äpfel sind für alle da.
Zielgruppe des Projektes:
Bewohner der Orte, Bewohner Ratzeburgs, sofern Bäume an Schulen gepflanzt werden: natürlich die Schüler!
Ziel des Projektes:
Ziel ist es, markante Orte zu schaffen, an denen Apfelbäume auf das Glück hinweisen, dass jeder in diesem Land seine Meinung frei äußern darf. Apfelbäume können hundert Jahre alt werden, insofern ist hier an eine langfristige ”Erinnerung” gedacht. Unter den Apfelbäumen können sich Bürger zur Meinungsäußerung treffen.
Laufzeit:
01.03.2020 bis 31.12.2020