Rassismus-Monitoring

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Projektträger: Verein Miteinander leben e.V.

Kurzbeschreibung:  

Der Verein Miteinander leben e.V. plant zusammen mit dem Ratzeburger Bündnis und der Willkommenskultur Ratzeburg ein Rassismus-Monitoring aufzubauen, das helfen soll …

  • rassistische Vorfälle in Ratzeburg und Umgebung zu dokumentieren
  • ein Netzwerk zu Beratungseinrichtungen für Opfer von Diskriminierung und Rassismus aufzubauen
  • über ein regelmäßiges Berichtswesen sowie Vortragsveranstaltungen die allgemeine Öffentlichkeit zum Thema ”Alltagsrassismus” zu sensibilisieren
  • Multiplikator*innen zum Thema ”Alltagsrassismus fortzubilden

Inhalt/ Konzept:

Alltagsrassismus als Phänomen zu erfassen und ihm strukturiert entgegenzuwirken, ist eine Aufgabenstellung mit vielen Schwierigkeiten. So werden alltagsrassistische Vorfälle selten offenbar, insbesondere unterhalb von schweren Straftaten, wenn es sich beispielsweise um Beleidigungen oder Nötigungen handelt, da sie von den Betroffenen häufig hingenommen oder im Sinne eines Eigenschutzes bewusst ”überhört” werden. Vorfälle dieser Art werden eher für sich behalten oder nur im engsten Familien- oder Freundeskreis thematisiert. Dies führt dazu, dass sich das Phänomen des ”Alltagsrassismus” für die Mehrheitsgesellschaft weitgehend in ein Dunkelfeld hüllt. Zwar werfen zuweilen besondere Straftaten ein Schlaglicht auf diese Problemstellung, diese erscheinen aber dann oftmals einzelfallartig. Die unterliegenden Ebenen von alltagsrassistischen Erfahrungen bleiben der allgemeinen Öffentlichkeit eher verborgen. Andererseits gibt es Vertrauenspersonen, die auch von den vermeintlich niederschwelligen Erfahrungen Kenntnis gelangen, sei es, weil sie seit Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit oder beruflich in der Migrationsberatung oder Jugendarbeit tätig sind, sei es weil sie mit eigener Migrationsbiografie als akzeptierte*r Mittler*innen fungieren. Diese Personen erfahren durchaus von Vorfällen wie verbale Beleidigungen, offen diskriminierendes Verhalten, Bespucken oder Formen von Nötigung. Hier möchte das Projekt des ”Rassismus-Monitoring” seinen Ansatz nehmen.

Mit bekannten Vertrauenspersonen soll ein Dokumentationswesen aufgebaut werden, das in einem standardisierten Verfahren rassistische Vorfälle aus subjektiver Opfersicht in anonymisierter Form erfassen soll. Dazu sollen im ersten Schritt potentielle Vertrauenspersonen als ”Interviewer” gewonnen, für die Dokumentation geschult und zum Datenschutz verpflichtet werden. Hierbei gilt, dass die Vertrauenspersonen lediglich Vorfälle im Gespräch erfassen, allerdings nicht beraten sollen. Sie sollen allerdings wissen, wo Beratung möglich ist. Dazu werden parallel zum Aufbau einen Netzwerkes von Vertrauenspersonen Kooperationskontakte zu Beratungseinrichtungen wie beispielsweise ZEBRA e.V. oder vor Ort geknüpft.

Parallel zu m Erfassungswesen werden öffentliche Veranstaltungen zum Thema ”Alltagsrassismus” organisiert, für alle Altersgruppen in unterschiedlichen Formaten (Vorträge, Seminare, Schulaktionen), um die öffentliche Sensibilität gegenüber diesem Phänomen zu steigern. Ebenso sollen Multiplikator*innen aus Sozialarbeit, Schulsozialarbeit, Jugendarbeit, Verwaltung, Institutionen und Vereinen in diesem Themenbereich niederschwellige Fortbildungsangebote vor Ort eröffnet werden.

Aus den erfassten Vorfällen wird einmal jährlich ein ”Rassismusbericht” erstellt und veröffentlicht, anonymisiert in seiner Form, aber möglichst aussagekräftig mit Blick auf das Lagebild vor Ort. Dieser soll jeweils ergänzt werden, um Beispiele aus den sozialen Medien, in denen vielfach in enthemmterer Form rassistische Äußerungen getätigt werden als direkt von Angesicht zu Angesicht.

Über das Angebot, rassistische Vorfälle dokumentieren zu wollen, wird in mehrsprachigen Flyern informiert, die an möglichst vielen Zugangsstellen für die Zielgruppe ausliegen oder ihnen gezielt übergeben wird. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Angaben freiwillig erfolgen sollen, dass der Vorfall anonymisiert aufgenommen wird und das nur bei ausdrücklich artikuliertem Bedarf über die Zugangsstellen der Kontakt zu einer Vertrauensperson vermittelt wird.

Ziel des Projektes: 

Das ”Rassismus-Monitoring” möchte ein Lagebild zu rassistischen Vorfällen vor Ort erarbeiten, darüber berichten und über unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema ”Alltagsrassismus” sensibilisieren sowie Multiplikator*innen möglichst umfassend fortbilden.

Zielgruppe des Projektes:

Das ”Rassismus-Monitoring” soll zum einem Menschen ansprechen, die sich subjektiv als Opfer eines rassistisch motivierten Übergriffes empfinden. Es soll darüber hinaus aber auch Multiplikator*innen ansprechen, die aufgrund ihres beruflichen Aufgabenfeldes mit Menschen arbeiten, die im Fokus rassistischer Übergriffe stehen können. Ebenso soll auch die allgemeine Öffentlichkeit im Rahmen der Jahresberichtsveröffentlichung oder mittels Veranstaltungen zum Themenkomplex ”Alltagsrassismus” sensibilisiert werden.

Laufzeit: 01.03.2018 – 31.12.2018